Historie

Der SC Spremberg blickt auf eine reiche Historie zurück. Welche Höhepunkte es in unserer mehr als 100-jährigen Geschichte gegeben hat, wirst du in den folgenden Zeilen nacherleben können.


Vorwort

Wir wollen Ihnen mit dieser Chronik einen Rückblick auf 97 Jahre Vereinsgeschehen und insbesondere 35 Jahre Fußball bei Turbine Spremberg übermitteln. Wir wollen aber vermeiden, dass die Chronik durch „alltägliche“ Veranstaltungen vom Leser überflogen wird. Dies ist nicht im Sinne des Chronisten. Fasching, Disco- Tanzveranstaltungen, 1. Mai und Himmelfahrtsausflüge, Weihnachtsfeiern,. Silvestertanz, Kinderfeste, Feld- sowie Hallenturniere sind alljährlich wiederkehrende Vereinsaktivitäten, welche hiermit „pauschal“ erwähnt werden.


Die Fußball- Sektions- und Abteilungsleiter von der Gründung an

  • 1958 – 1959 Helmut Jannack
  • 1959 – 1970 Richard Jahn
  • 1970 – 1974 Manfred Pusch
  • 1975 – 1985 Dieter Ruschel
  • 1986 – 1990 Horst Metag
  • 1990 – 1991 Wolfgang Grothe
  • 1991 – 1993 Dirk Lange

Die Anfänge

14. Juni 1886 – Es wurde beschlossen, dass der Verein den Namen „Eichenkranz“ tragen soll.

5. Juli 1886 – Es wurde beschlossen, dass das Zuspätkommen zum Turnen nach 8 ½ Uhr mit 5 und das Nichterscheinen mit 10 Pfennig bestraft wird.

19. August 1886 – Es wurde beschlossen, dass der Verein zum Deutschen Arbeiter- Turner- Bund betritt! Es wurden gewählt: August Tainz als 1. Vorsitzender, Wilhelm Schenka als dessen Vertreter, Paul Schenka als Kassierer und Wilhelm Erfurt als Turnwart. Als Vereinslokal wurde Thümmels Restaurant gewählt.

8. Mai 1909 – Es wurde der Wunsch laut, einen eigenen Turnplatz zu besitzen und dazu wurde eine Kommission gewählt, der folgende Sportfreunde angehören: Max Grund, Hermann Schorradt, Adolf Mathiaschek und Gustav Kuhle. Aufgrund eines Verbotes vom Landrat wurde die Zöglingsabteilung (Kinder und Jugend) aufgelöst.

Von der außerordentlichen Generalversammlung am 26.08.1910: Dem Turnverein wurde ein Turnplatz angeboten im Preis von 1650,00 Mark. Dem Ankauf dieses Sportplatzes wurde nicht zugestimmt, sondern eine Kommission gebildet mit den Sportfreunden Hugo Reichelt, Max Grund, Richard Roschk, Paul Meißler, Wilhelm Kuchar und Gustav Schieke.

Im Juni 1911 – war es dann soweit, dass der Sportplatz eingeweiht wurde. In der Mitgliederversammlung von 27. Mai 1911 ermahnte Wilhelm Kuchar alle Mitglieder, sich an den Planierarbeiten zu beteiligen. Schriftführer dieser Beratung war Paul Birla, Vorsitzender Richard Trinks. Die Abrechnung der Sportplatz- Einweihe sah in der Einnahme 1784,98 Mark und in der Ausgabe 1073,07 Mark vor.

Im August 1911 fand das erste Fußballspiel zwischen Spremberg und Slamen statt. Es endete 1:1 Unentschieden. Die Mannschaft bestand aus folgenden Spielern: Linack Preuß – Jurk – Thiemig Lucas – Pfaffe Metag – Goeschick – Meißner – Kuschereitz – Nuglisch Immer mehr Sporttreibende fanden den Weg zum Sportverein „Eichenkranz“ nach Slamen.

Doch diese Entwicklung nahm mit Ausbruch des 1. Weltkrieges ein jähes Ende.


Die sportliche Entwicklung nach dem 1. Weltkrieg

22 der besten Sportler des Turnvereins „Eichenkranz“ Slamen kehrten nicht mehr aus diesem Raubkrieg zurück. Doch es wurde wieder Sport getrieben und im Juni 1919 wurde wieder ein Fußballspiel ausgetragen. Gegner war der TV 1862 Spremberg und es gab einen 8:1 Sieg für die Mannschaft aus Slamen.

Hier die Mannschaftsaustellung:

Sparfeld Nuglisch – Dommann – Pfaffe Müller – Kuschereitz II Kuschereitz I – Meißner – Bär – Linack F. – Skorna.

Infolge der politischen Entwicklung in Deutschland – Inflation, Arbeitslosigkeit, Krise, Krieg – hatten auch die Sportler große Schwierigkeiten. Die Zahl der Mitglieder im Verein stieg 1931 bis auf 280 an, aber viele schöne und große Aufgaben konnten nicht verwirklicht werden. Im Programmheft zum 35. Stiftungsfest – im Juni 1931 – heißt es dazu: trotz der Ungunst der schweren Zeiten reifen Pläne, die dem Verein einen neuen Aufschwunge geben sollten. Die Anlage einer Aschenbahn, die Vergrößerung des Wirtschaftsbetriebes sind die nächsten Ziele. Noch hemmt die gleich einem drückendem Alp auf uns lastende Arbeitslosigkeit die Verwirklichung dieser Pläne.

Es folgte die finstere Nacht des Faschismus in Deutschland. Der 2. Weltkrieg brachte Leid und Elend über die ganze Welt. Es waren auch Vereinsmitglieder unter den Millionen leidtragenden hervorragenden Menschen und Sportler unseres Vereins, die diesem verbrecherischen System zum Opfer fielen, wie die Gebrüder Mähler, Erwin und Richard Mathiaschk, Günter Schulz, Werner und Alfons Pohle, Willi Metag, Kurt Heinze, Georg Nothnick um nur einige zu nennen.


Mühsamer Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg.

So fanden sich auch 1946 Menschen in Slamen, um aus den Trümmern des Krieges mühsam den Sport aufzubauen und den Menschen die Depressionen zu nehmen.
Fußball begann wieder am 04.08.1946 in Slamen mit dem Spiel gegen Weißwasser und endete 1:1 Unentschieden.
Unter Einheit Spremberg nahm der Fußball in Slamen einen guten Aufschwung, der mit der Erringung der Landesmeisterschaft Brandenburg und 1951 mit der Erreichung der Liga seinen Höhepunkt fand. Wer erinnert sich nicht gern an die großen Fußballveranstaltungen, die ständig 2000 -3000 Zuschauer zum Hubertusweg anzogen? Mit diesem treuen Publikum und im Rücken konnte Einheit Spremberg von der Kreisklasse 1946, zur Bezirksklasse 1948, zur Landesliga Brandenburg 1949 und zur DS- Liga 1951 aufsteigen. Während der Zugehörigkeit zur DS- Liga verließen namenhafte Mannschaften wie Chemie Zeitz, Rotation Plauen, Einheit Burg, Dynamo Schwerin und Motor Jena geschlagen den Sportplatz in Spremberg- Slamen.
In Freundschaftsspielen wurde gegen Wismut Aue, mit Manfred Kaiser, nur knapp mit 3:4 verloren. Minerva Berlin kam über ein 0:0 nicht hinaus und Hertha BSC Berlin kassierte eine 2:3 Niederlage.


Einen großen Tag hatte Einheit Spremberg am 20. Dezember 1953. Über 3000 Zuschauer erlebten den 2:1 Sieg gegen den Vizemeister der damaligen DDR – Wismut Aue – mit den Nationalspielern Karl und Siegfried Wolf. Es sein an die Teilnahme an den 1. Weltfestspielen in Berlin erinnert und Spielpartner war eine finnische Elf in Pankow. Es war ein Spiel in herzlicher Freundschaft und Dießner erzielte das Tor zum 1:1 Endstand vor 5000 Zuschauern! Im ersten Spiel in der Liga spielte man am 18.09.1951 in Slamen gegen Chemie Zeitz und gewann durch ein Tor von Werner Linack mit 1:0. Am 14.10.1951 verloren die Einheit Spieler bei Motor Jena mit 2:1. Das Tor schoss Rudi Kuchar. Folgende Spieler gehörten zum Stamm der Ligamannschaft: Fittko, Schröder, W., Kerstan, Meyer, Tillner, Birla, Straßewski, Sanden, Dießner, Jurk, Laitko, Mrosko, Walter, H., Duy und Kirchner.

Erwähnt werden muss, dass in dieser Zeit der großen Erfolge, die allgemeine Begeisterung genutzt wurde, die Slamener Sportstätte zum heutigen Schmuckkästchen mit auszubauen. Auch drückt sich die Stärke dieser so erfolgreichen Mannschaft darin mit aus, dass man seit längerer Zeit jährlich zu einer gemütlichen Runde der damaligen Aktiven und Funktionäre auf der Stätte des Ruhmes und Erfolges zusammen findet. Einheit Spremberg ging sodann 1956 mit der Sektion Fußball zu Aktivist Schwarze Pumpe. Nach Verlagerung dieser BSG nach Hoyerswerda begann Turbine Spremberg – mit dem Trägerbetrieb Kraftwerk Trattendorf – Anfang 1958 mit dem Fußball.


Gründung der Sektion Fußball bei Turbine Spremberg

Im Februar 1958 erfolgte die Übernahme der Sektion Fußball mit 2 Männermannschaften zur BSG Turbine Spremberg durch den damaligen BSG- Leiter, Sportfreund Albrecht Janneck. Am 1. März 1958 spielte man zum ersten Mal unter Turbine Spremberg auf dem traditionsreichen, inzwischen umgestalteten Sportstätte in Spremberg- Slamen und siegte mit 6:3 Toren in folgender Aufstellung: Wauro/ Branzke, Metag, Behlka, Ziesmer, Vehma, Dunst, Kucher, Melchert, Schröter, Schröder und Klammer. Die Torschützen waren: Schröter 2x, Klammer 2x, Kucher und Dunst. Noch im selben Jahr wurde der Kreismeistertitel erkämpft und nach dem Aufstieg die Bezirksklasse erreicht.

Unter der Führung der erfahrenen Sportfreunde Gerhard Linack, Erwin Schenker und anderen wurde nun auch verstärkt daran gegangen, eine eigene Nachwuchsabteilung aufzubauen. Bewährte Übungsleiter, wie Siegfried Birla, Vera und Werner Mitrach sorgten dafür, dass in allen Altersklassen Nachwuchsmannschaften im Kreis- und Bezirksmaßstab Fußball spielten.

Die 1. Mannschaft erreichte im Dezember 1960 den Aufstieg in die aus 2 Staffeln bestehende Bezirksliga.

Ab der Spielserie 1963/ 64 spielte Turbine Spremberg wieder in der Bezirksklasse und wurde 1977 unter unserem verdienstvollen Übungsleiter Rudi Behla Meister dieser Klasse. Damit schaffte man den Aufstieg in die höchste Spielklasse des Bezirks Cottbus. In der 7- jährigen Zugehörigkeit der Bezirksliga wurden folgende Tabellenplätze belegt: 1978 – 3. Platz; 1979 – 6. Platz; 1980 – 4. Platz; 1981 – 4. Platz; 1982 – 2. Platz; 1983 – 8. Platz; 1984/ 85 – 18. Platz (Abstieg)

Absoluter Höhepunkt in der Vereinsgeschichte waren die Erinnerungen des FDGB- Pokals 1981 und 1982 dieser erfolgreichen Mannschaft. Folgende Sportfreunde gehörten der Bezirksligaelf von Turbine Spremberg an: Grosa, Krautz, Jenter J., Schröder, Wolfgang, F.Mähler, H.Albrechtsen, D.Mitrach, Th.Scheika, Willi Schröder, Rennert, Mucha, Dommaschk, Paukstadt, Gerasch, Noack, Gnaschick, Biele, Krüger. Betreut wurde die Elf von Rudi Behla als Übungsleiter und Dieter Melchert als Mannschaftsleiter. Werner Krahl half als Sanitäter. Mannschaftsarzt war Dieter Nawrot.

Viele Fußballer von Turbine Spremberg fanden den Weg zu Spitzengemeinschaften der damaligen DDR. Jörg Jenter und Dieter Paulo spielten in der Oberliga bei Energie Cottbus und in der Liga bei Aktivist Schwarze Pumpe. Olaf Bitzka bei Stahl Eisenhüttenstadt in der Liga und beim FC Vorwärts Frankfurt/ Oder in der Oberliga.


Sicherlich werden am heutigen Tag Erinnerungen wach, denn fast auf dem Tag genau wurde vor 11 Jahren die 29. Bezirksligameisterschaft beendet. Monatelang waren die Spieler von Übungsleiter Rudi Behla und Mannschaftsleiter Dieter Melchert auf Platz 1 der Tabelle zu finden, doch dann ging langsam aber sicher die Puste aus. Nutznießer war die Cottbusser Lokelf. Am vorletzten Spieltag jedoch waren beide vereint, die Bezirksstädter lediglich dank einer um einen Treffer besseren Tordifferenz noch Erster.

Erst in den abschließenden 90 Minuten wurde also der Knoten entwirrt. Am letzten Spieltag der Lausitzer Bezirksliga gab es telefonische Dauergespräche zwischen dem Turbinenplatz in Slamen und dem Stadion der Eisenbahner in Cottbus! Spannend ging es zu. Lok Cottus spielte daheim gegen den Ortsrivalen Dynamo Cottbus und sicherte sich mit 2:0 Toren den Sieg. Dieser knappe Erfolg wurde mühevoll errungen. Lehmann erzielte die 1:0 Führung in der 45. Minute und nachdem Kloschinski mit seinem Strafstoß am Dynamoschlussmann gescheitert war, fand Ulrich die Lücke zum 2:0. 600 Zuschauer waren auf dem Turbinesportplatz gekommen und sahen die wichtige Partie zwischen den Gastgeber und ISG Großräschen. In der 39. Minute umjubelten sie das 1:0 für die Slamener durch ein Strafstoßtor von Dieter Krautz. Die Großräschener spielten mit Ehrgeiz und Einsatzbereitschaft, als ob es für sie noch selbst um die Meisterschaft ginge. In der 40. Minute fiel der 1:1 Ausgleichstreffer. Gegen den äußerst kampfstarken Gegner und dessen hervorragenden Schlussmann Lawecki bemühte sich die Turbineelf um den Sieg. Mit fortschreitender Spieldauer wurde der Gastgeber immer nervöser und es gelang der entscheidende Treffer nicht mehr. Die Lokmannschaft wurde somit Bezirksmeister und die Turbinefußballer feierten mit dem Gewinn der Vizemeisterschaft den größten Erfolg  ihrer Geschichte.

Lothar Gentsch, Übungsleiter der Lokelf und früherer Briesker Oberligastratege zum Ausgang der Meisterschaft 1981/ 82: „Cottbus war vielleicht die etwas stabilere Elf. Turbine Spremberg aber die volle Distanz ein hartnäckiger, teilweise gleichwertiger Gegner. Etwas Glück hatten die Cottbuser auch.“

Als Trostpflaster für die verloren gegangene Meisterschaft wurde erneut der Bezirkspokal gewonnen. Gegen Annaburg gab es zum Abschluss der regulären Spielzeit ein 3:3, durch 2 Tore von Uwe Gerasch und 1 Tor von Frank Noatschk. Erst das Elfmeterschießen brachte mit 7:6 den erneuten Pokalsieg. Bereits in der Serie 1980/81 konnte Turbine Spremberg gegen Energie Cottbus II mit 2:1 gewinnen und den Bezirkspokal erringen. Jörg Jenter und Dieter Krautz erzielten die Treffer. In der Torschützenrangliste belegten Uwe Gerasch mit 16 Treffern den 2. Platz und Dieter Krautz mit 12 Toren den 4. Platz in der Serie 1980/81.

Im Erfolgsjahr 1981/82 gelang es Jörg Jenter mit 16 Toren bester Schütze in der Fußballbezirksliga zu sein. Die direkten Vergleiche zwischen Lok Cottbus und Turbine Spremberg endeten in Cottbus 1:1 durch Tore von Becker und Wolfgang Schröder. Am 26. April 1982 sahen 650 Zuschauer in Spremberg ein 2:2 Unentschieden. Dietmar Dommaschk in der 17. Minute erzielte das 1:0, ehe 2x Schopka die Lokelf in Führung brachte und Dieter Krautz mit einem Strafstoß nach 32 Minuten das Endresultat sicherte.


Weiterer Neuanfang bei Turbine Spremberg

Nach dem Zusammenschluss der Sektion Fußball von Turbine Spremberg und Fortschritt Spremberg zu Chemie Spremberg nahm in Spremberg/ Slamen nur noch eine Männermannschaft in der Spielserie 1985/ 86 den Spielbetrieb unter den Namen Turbine Spremberg in der Kreisliga auf. Die treuesten dieser Mannschaft seinen genannt: Mucha, Pusch, Krautz H., Mähler, Neumann, Noack A., Noack N., Rätzer, Jurk, Biele, Branzke, Marx, Kuß und Bitzka.

Im ersten Jahr nach dem Aufstieg in die Bezirksklasse wurde die Zielstellung – Klassenerhalt – erreicht. Seit 1987 wird auch der Spielbetrieb im Nachwuchsbereich wieder in Slamen durchgeführt. 3 Nachwuchsmannschaften nahmen wieder am Punktspielbetrieb zur Kreismeisterschaft teil. Bis zum heutigen Zeitpunkt sind alle 5 Nachwuchsklassen wieder besetzt. Fleißige Übungsleiter wie Jörg Jenter, Matthias Riem, Hartmut Wolf, Dieter Nullmeier, Kurt Dannenberg, Dietmar Dommaschk, Reiner Schildbach, Axel Nuck, Mike Seibeck und Wolfgang Grothe sind die verantwortlichen Sprtkameraden für den Nachwuchsbereich. Auch gibt es seit 1988 die II. Männervertretung selbstständig bei Turbine und in diesem Jahr steigt diese Mannschaft in die I. Kreisklasse auf. Unsere Alten Herrenmannschaft spielt im Großkreis um die begehrten Punkte und Egon Bitzka kümmert sich um dieses Team. Die Männer in Schwarz sind Hans Klammer und Egon Bitzka